Tibetische Zentralverwaltung appelliert an Staatsoberhäupter: Tibet muss ein zentraler Punkt bei Gesprächen über Klimawandel sein

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Pressemitteilung:
20. Oktober 2015

Tibetische Zentralverwaltung appelliert an Staatsoberhäupter: Tibet muss ein zentraler Punkt bei Gesprächen über Klimawandel sein

Tibet muss bei den bevorstehenden Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen („COP21“) auf der Agenda stehen, sagte heute die tibetische Zentralverwaltung im indischen Dharamsala. Unmittelbar vor „COP21“ ruft sie Staatsoberhäupter und führende Staatenvertreter dazu auf, schnell auf den Klimawandel zu reagieren und ein wirksames Klimaschutzabkommen in Paris zu verabschieden.

„Dieser blaue Planet ist unser einziges Zuhause und Tibet ist sein Dach. Es ist genauso lebenswichtig wie die Arktis und die Antarktis, es ist der Dritte Pol“, so Seine Heiligkeit der Dalai Lama. „Das Hochland von Tibet muss geschützt werden, nicht nur um der Tibeter willen, sondern für Ökologie und Nachhaltigkeit in der ganzen Welt.“

Das Hochland von Tibet ist eine ökologisch strategisch wichtige Region. Bekannt als das „Dach der Welt“ ist es das höchste und größte Hochland der Erde. Seine durchschnittliche Höhe liegt bei über 4.000 Metern über dem Meeresspiegel, bei einer Fläche von 2,5 Millionen Quadratkilometern.

„Das Hochland von Tibet ist entscheidend für das ökologische Wohl des Planeten“, sagte Sikyong (tibetisch: „Politischer Führer des tibetischen Volkes“) Dr. Lobsang Sangay, Chef der tibetischen Zentralverwaltung. „Eine weltweite ökologische Katastrophe kann vermieden werden, aber wir müssen jetzt handeln, um sicherzustellen, dass das Hochland von Tibet und das zerbrechliche Ökosystem dieser Welt geschützt werden.“

Die tibetische Zentralverwaltung hat heute eine Kampagne in den sozialen Medien gestartet, mit der führende Staatenvertreter dazu aufgerufen werden können, sicherzustellen, dass Tibet Teil der Klimaverhandlungen in Paris wird. Ziel der Aktion ist auch, Bewusstsein und Handlungsoptionen im Sinne des Klimaschutzes auf dem „Dach der Welt“ zu schaffen und anzubieten.

„Das Hochland von Tibet muss geschützt werden und die Tibeter müssen diejenigen sein, die für ihr eigenes Land verantwortlich sind, damit sie sich für den Schutz des „Dachs der Welt“ einsetzen können – von dem die Hälfte der Menschheit abhängig ist“, sagte der bekannte indische Wissenschaftler und Umweltaktivist Dr. Vandana Shiva. „Seine Heiligkeit schlägt die Alarmglocken für das Wohl des Planeten und wir brauchen massive Unterstützung für Maßnahmen gegen den Klimawandel auf dem Dach der Welt, da sich die Staatenführer in Paris versammeln.“

Nach der Arktis und der Antarktis ist das Hochland von Tibet der „Dritte Pol“ des Planeten. Mit über 46.000 Gletschern ist das Hochland Heimat der drittgrößten Eismasse und die größte Quelle von Frischwasser auf dem Planeten. Seine ausgedehnten Permafrostregionen und die große Zahl an Gletschern macht das Hochland von Tibet zum Ursprung der sechs größten Flüsse Asiens, die wiederum ein Drittel der Erdbevölkerung mit Wasser versorgen.

In Tibet sind die Auswirkungen des Klimawandels zunehmend wahrnehmbar. Alle zehn Jahre hat sich die Temperatur auf dem Hochland um etwa 0,3 Grad Celsius erhöht. Das bedeutet, dass die Temperatur auf dem Hochland in den letzten fünfzig Jahren um etwa 1,3 Grad Celsius gestiegen ist – dreimal so viel wie im weltweiten Durchschnitt.

Folgen des Klimawandels in Tibet sind schwindende Gletscher und Permafrostregionen sowie degradiertes Grasland und zunehmende Verwüstung. In den letzten 50 Jahren hat sich 82 Prozent des Eises zurückgezogen und mehr als zwei Drittel der Gletscher könnten im Jahre 2050 verschwunden sein.

Der alpine Permafrost, der eine entscheidende Rolle für das Wohl des Planeten spielt, ist ernsthaft bedroht. Auf dem Hochland von Tibet bindet der alpine Permafrost rund 12.300 Millionen Tonnen Kohlenstoff. In den vergangenen zehn Jahren sind jedoch zehn Prozent des Permafrostes degradiert. Das Hochland von Tibet sieht sich überdies zunehmender Wüstenbildung ausgesetzt. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hat berichtet, dass das Grasland Tibets sich um 2.330 Quadratkilometer pro Jahr in Wüsten verwandelt.

„Tibeter müssen bestimmen können was in ihrem Land geschieht“ sagte Sikyong Dr. Lobsang Sangay. „Tibetische Nomaden sind die Experten in Bezug auf hochgelegenes Weideland und ihr Wissen und ihre Erfahrungen müssen anerkannt werden. Und das unlängst in China verabschiedete Umweltschutzgesetz muss genutzt werden als rechtlicher Rahmen, um die chinesische Regierung verantwortlich zu halten. Dieses Gesetz sollte gerecht und rigoros in Tibet umgesetzt werden.“

„Lösungen für die Klimakrise gibt es. Was wir brauchen ist politischer Wille und Handeln,“ so Dicki Chhoyang, die Vorsitzende der Abteilung für Information und Internationale Beziehungen der tibetischen Zentralverwaltung.

Im Zuge des COP21-Gipfels müssen Fortschritte erreicht werden in Bezug auf ein neues Klimaschutzabkommen und der Annahme eines neuen Klimaplans. Ein derartiger Plan braucht bedeutende und transparente Zusagen aller Regierungen. Die in Paris zusammenkommenden führenden Staatenvertreter müssen sich dazu verpflichten, ein starkes Klimaabkommen zu erreichen. Tibets Bedeutung für das Wohl dieses Planeten muss dabei anerkannt werden und Tibet muss eine zentrale Rolle bei den Diskussionen über den globalen Klimawandel spielen.

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